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Induktives Laden auf der A6: Bayern testet Laden während der Fahrt

Deutschland baut die Antwort auf die Reichweiten-Angst direkt in den Asphalt. Auf der A6 in Bayern lädt eine Teststrecke E-Autos induktiv während der Fahrt – mit über 90 Prozent Wirkungsgrad. Was das bedeutet und wann es kommt.

Was wäre, wenn dein E-Auto auf der Autobahn einfach geladen würde – ganz ohne Ladestopp, ohne Kabel, während du fährst? Auf einer Teststrecke der A6 in Bayern wird genau das erprobt. Induktive Ladesp
ulen im Asphalt übertragen Strom kontaktlos in den Fahrzeugboden.

Im Video schaue ich mir die Technologie und die Testergebnisse im Detail an. Hier im Artikel erkläre ich, wie das System funktioniert und was es für die Zukunft der Elektromobilität bedeutet.

Wie induktives Laden während der Fahrt funktioniert

Die Technologie basiert auf demselben Prinzip wie das kabellose Laden von Smartphones – nur in einem völlig anderen Maßstab. Im Asphalt eingebettete Sendespulen erzeugen ein elektromagnetisches Feld. Im Fahrzeugboden befinden sich Empfängerspulen, die dieses Feld in elektrische Energie umwandeln und die Batterie laden.

Das System auf der A6-Teststrecke umfasst:

Der gemessene Wirkungsgrad: über 90 Prozent. Das ist vergleichbar mit kabelgebundenem Laden und weit besser als frühere induktive Systeme, die oft nur 70 bis 75 Prozent erreichten.

Die A6-Teststrecke in Bayern: Zahlen und Fakten

Die bayerische Teststrecke ist Teil eines europäischen Forschungsprogramms. Die ersten Messungen unter realen Bedingungen – unterschiedliche Fahrzeuge, verschiedene Geschwindigkeiten, Regen, Hitze – liefern Daten, die für die nächste Entwicklungsphase entscheidend sind.

Was bereits feststeht: Das System funktioniert unter realen Bedingungen. Die Herausforderungen, die noch gelöst werden müssen, liegen weniger in der Physik als in der Standardisierung, der Kostensänkung und der Integration in bestehende Straßeninfrastruktur. Der Umbau einer bestehenden Autobahn ist aufwendig – aber bei Neubauten könnte das System von Anfang an eingeplant werden.

Was das für die Zukunft der Elektromobilität bedeutet

Die Reichweiten-Angst ist aktuell der größte psychologische Bremsblock für den E-Auto-Kauf. Wer weiß, dass sein Auto auf der Autobahn automatisch geläden wird, braucht keine 800-km-Batterie mehr – eine kleinere, leichtere, günstigere Batterie reicht aus. Das verändert die Kostenkalkulation für Elektroautos fundamental.

Induktive Ladestrecken auf Hauptverkehrsrouten könnten zudem den massiven Ausbau von Schnellladestationen teilweise ersetzen. Weniger Staus an Ladersäulen, weniger Wartezeit, weniger Planungsaufwand für Langstreckenfahrten – das würde die Akzeptanz von Elektroautos in Deutschland erheblich steigern.

Häufige Fragen

Was ist induktives Laden bei E-Autos?

Induktives Laden bei E-Autos funktioniert über elektromagnetische Felder, die kontaktlos Energie übertragen. Im Asphalt eingebettete Sendespulen übertragen Strom an Empfängerspulen im Fahrzeugboden – ohne Kabel, ohne Stecker, während das Fahrzeug fährt oder steht. Die Technologie ist aus Smartphones bekannt und wird jetzt für Fahrzeuge skaliert.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad beim Laden während der Fahrt?

Der Wirkungsgrad der A6-Teststrecke liegt laut Angaben bei über 90 Prozent – vergleichbar mit kabelgebundenem Laden. Das war lange ein technisches Hauptproblem: In frühen Systemen gingen bis zu 30 Prozent der Energie als Wärme verloren. Die aktuelle Generation hat diesen Verlust auf unter 10 Prozent reduziert.

Wann kommt induktives Laden auf deutschen Autobahnen?

Die A6-Teststrecke ist ein Pilotprojekt. Bis zur Serienreife und dem flächendeckenden Ausbau sind weitere Tests, Normierung und politische Entscheidungen notwendig. Realistische Schätzungen gehen von einem Rollout frühestens Ende der 2020er Jahre aus – zunächst auf Hauptverkehrsrouten und stark befahrenen Abschnitten.

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