Humanoide Roboter in Serienproduktion – das war bis vor wenigen Monaten noch Zukunftsmusik. Figure AI macht es Realität. Das US-Unternehmen produziert diese Woche 55 Einheiten – und das nach einer 24-fachen Produktionssteigerung in nur 120 Tagen. Mehr als 350 Roboter wurden bereits an Industriekunden ausgeliefert.
Im Video zeige ich die Produktionszahlen, die technischen Fortschritte des Figure 02 und was BMW als erster großer Industriekunde über den Praxiseinsatz berichtet. Hier im Artikel ordne ich ein, was diese Skalierung für die Zukunft der Fertigung und den Arbeitsmarkt bedeutet.
Die Produktion im Detail: Von 1 auf 55 in 120 Tagen
Im Januar 2026 baute Figure einen Roboter pro Tag. Im Mai 2026 sind es 55 pro Woche – gleichbedeutend mit fast 8 pro Tag. Diese Skalierung in 120 Tagen ist bemerkenswert, auch gemessen an industriellen Standards. Sie zeigt, dass Figure nicht nur Prototypen baut, sondern echte Fertigungsinfrastruktur aufgebaut hat.
Das Ziel ist ehrgeizig: 100.000 Einheiten in vier Jahren. Das entspricht einer weiteren Verdopplung der Wöchenproduktion auf rund 500 Einheiten. Zum Vergleich: Tesla hat für seinen Optimus-Roboter ähnliche Ziele kommuniziert, ist aber in der Produktion noch hinter Figure. Der Rennen um die erste Massenproduktion humanoider Roboter ist in vollem Gange.
BMW und der Praxistest: Was funktioniert, was noch nicht
BMW setzt Figure-Roboter in der Karosseriemontage ein – in echten Produktionsumgebungen, nicht in Testlabors. Die öffentlichen Berichte sind vorsichtig positiv: Die Roboter können in für Menschen konzipierten Räumen arbeiten, ohne Umbau der Werkshallen. Sie greifen Teile, transportieren Baugruppen und unterstützen bei Montageschritten.
Was noch nicht vollständig funktioniert: autonome Entscheidungen in Ausnahmesituationen. Wenn etwas Unerwartetes passiert – ein Teil liegt falsch, eine Station ist belegt – ist menschliche Überwachung noch notwendig. Das ist der nächste große Entwicklungsschritt für die gesamte Branche:
- Robustheit: Zuverlässig arbeiten auch wenn die Umgebung variiert
- Generalisierung: Neue Aufgaben mit minimalem Training meistern
- Sicherheit: Verlässlich in Gegenwart von Menschen ohne Absicherungssysteme
Was die Produktionsskalierung für Unternehmen bedeutet
Wenn Figure sein Ziel von 100.000 Einheiten in vier Jahren erreicht, ändert sich der Markt fundamental. Heute kosten humanoide Roboter noch über 100.000 Dollar pro Einheit. Mit steigender Stückzahl und Lernerfahrung fallen die Kosten – Tesla hat für Optimus langfristig einen Zielpreis von unter 20.000 Dollar kommuniziert.
Für Unternehmen in der Fertigung, Logistik und im Handel stellt sich jetzt die Frage: In welchen Schritten planen wir den Übergang? Wer früh Pilotprojekte startet, gewinnt nicht nur Effizienz – er gewinnt Lernvorsprung, der sich in einer schnell skalierenden Technologie exponentiell auszahlt.
Häufige Fragen
Der Figure 02 ist ein humanoider Roboter, der für industrielle Aufgaben wie Teiletransport, Montageunterstützung, Lagerarbeit und Qualitätskontrolle ausgelegt ist. Er kann in für Menschen konzipierten Umgebungen arbeiten – ohne Umbau an Werkshallen oder Produktionslinien. BMW setzt ihn in der Karosseriemontage ein.
Figures Ziel sind 100.000 Einheiten in vier Jahren. Das klingt viel, ist aber im industriellen Maßstab noch eine kleine Zahl – weltweit sind Millionen von Industriearbeitsplätzen denkbare Einsatzfelder. Der Übergang wird gradual und sektorspezifisch sein, nicht schlagartig. Automotive, Logistik und Elektronikfertigung werden zuerst betroffen sein.
BMW ist der bekannteste Industriekunde und setzt Figure-Roboter in der Fahrzeugproduktion ein. Über 350 Einheiten wurden bisher ausgeliefert. Figure hat außerdem Vereinbarungen mit weiteren Automobilherstellern und Logistikunternehmen in der Pilotphase. Details zu weiteren Kunden werden sukzessive kommuniziert.
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