Stell dir vor, dein Job wird Schritt für Schritt von KI übernommen. Du könntest auf Jobsuche gehen – oder du könntest entscheiden, die KI selbst zum Werkzeug zu machen, bevor sie dich ersetzt. Ein Buchhalter hat mit der Plattform Emergent genau das getan: er hat eine App gebaut, die seine eigene Arbeit automatisiert.
Im Video zeige ich dieses Beispiel und erkläre das Mindset dahinter. Hier im Artikel ordne ich ein, warum diese Entscheidung – Hebel oder Opfer der KI zu sein – die wichtigste Weichenstellung der kommenden Jahre für Unternehmer und Angestellte ist.
Die zwei Reaktionen auf KI-Automatisierung
Wenn KI beginnt, traditionelle Berufsaufgaben zu übernehmen, gibt es zwei typische Reaktionen. Die erste ist die passive: Warten, Hoffen, dass der eigene Job sicher bleibt, und im schlimmsten Fall Jobsuche, wenn die Automatisierung zuschnappt. Die zweite ist die aktive: Den eigenen Domainwissen mit KI kombinieren, um etwas zu schaffen, was weder ein Mensch noch eine KI allein könnte.
Der Buchhalter im Video hat erkannt, was er besser weiß als jede generische KI: die konkreten Schmerzpunkte seines Berufsalltags. Welche Aufgaben nerven, welche Fehler passieren, welche Prozesse ineffizient sind. Dieses Wissen hat er mit Emergent als Entwicklungsplattform kombiniert – und eine Speziallösung gebaut, die genau diese Probleme adressiert.
Was Emergent ermöglicht und warum das wichtig ist
Emergent ist eine Plattform, die es ermöglicht, KI-gestützte Applikationen zu bauen, ohne tiefen Programmierhintergrund. Das ist keine Revolution der Technologie – es ist eine Revolution des Zugangs. Die Hintergründe:
- Domainwissen ist der Engpass: Die meisten KI-Tools sind generisch. Wer eine Branchen-spezifische Lösung braucht, braucht jemanden mit Branchen-Wissen – nicht unbedingt einen Entwickler
- No-Code schließt die Lücke: Plattformen wie Emergent geben Fachexperten die Werkzeuge, ihre Problemlösungsexpertise in Software umzusetzen
- Vertikale KI-Lösungen gewinnen: Horizontale KI-Tools wie ChatGPT sind mächtig, aber unspezifisch. Vertikale Lösungen für konkrete Branchen und Workflows schaffen deutlich mehr Wert
Für Unternehmer bedeutet das: Jeder mit Branchen-Wissen hat heute das Potenzial, eine KI-gestützte Lösung für sein Feld zu bauen. Die technische Barrier ist niedriger als je zuvor.
Der praktische Perspektivwechsel für Unternehmen
Die Frage „Welche unserer Mitarbeiter könnte KI ersetzen?“ ist die falsche Ausgangsfrage. Die richtige lautet: „Welche unserer Mitarbeiter haben das tiefste Domainwissen – und wie geben wir ihnen KI-Werkzeuge, um dieses Wissen zu vervielfachen?“
Ein konkreter Ansatz für Unternehmen: Identifiziere die drei Mitarbeiter mit dem meisten impliziten Prozesswissen in deinem Betrieb. Gib ihnen Zugang zu No-Code-KI-Plattformen und drei Monate Zeit, mindestens einen internen Prozess zu automatisieren oder zu verbessern. Die Ergebnisse werden dich überraschen – und die Mitarbeiter gewinnen eine Fähigkeit, die sie auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft unersetzlich macht.
Häufige Fragen
Emergent ist eine No-Code/Low-Code-Plattform, die es ermöglicht, KI-gestützte Applikationen ohne tiefes Programmierwissen zu bauen. Im vorgestellten Fall hat ein Buchhalter die Plattform genutzt, um eine App zu entwickeln, die seine eigenen repetitiven Buchhaltungsaufgaben automatisiert.
Besonders Berufe mit hohem Anteil repetitiver, regelbasierter Aufgaben sind betroffen: Buchhaltung, Dateneingabe, einfache Recherchetätigkeiten, Standardkorrespondenz und Basisanalysen. Das sind genau die Tätigkeiten, die KI-Systeme schnell und kostengünstig übernehmen können.
Der Schlüssel liegt im Perspektivwechsel: Statt zu fragen „Was kann KI von mir übernehmen?“, frage „Was kann ich mit KI als Hebel zusätzlich leisten?“. Konkret: Identifiziere repetitive Aufgaben in deinem Berufsalltag, lerne ein KI-Tool, das diese Aufgabe übernimmt, und nutze die gewonnene Zeit für höherwertige Tätigkeiten.
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