Keine Motoren. Keine Getriebe. Über tausend Kunstmuskeln, angetrieben mit Wasser – so baut das polnisch-amerikanische Unternehmen Clone Robotics den humanoiden Androiden der Zukunft. Für unter 20.000 Dollar. Ab 2028 sollen sie in Hotels und Bürogebäuden arbeiten.
Im Video zeige ich die Aufnahmen vom Abundance Summit. Hier ordne ich ein, warum hydraulische Kunstmuskeln eine echte Alternative zu Elektromotoren sind – und was diese Bauweise für die nächste Roboter-Generation bedeutet.
Wie Kunstmuskeln mit Wasser funktionieren
Klassische humanoide Roboter nutzen Elektromotoren mit Getrieben. Die sind präzise, aber laut, schwer und energieintensiv. Clone Robotics ersetzt jeden Motor durch einen Kunstmuskel – eine Art Schlauch, der sich mit Wasserdruck zusammenzieht. Mehr als tausend solcher Muskeln sitzen in einem Androiden.
Das hat drei Vorteile. Erstens: leiser. Zweitens: leichter, weil Wasser leichter ist als Stahl-Getriebe. Drittens: weicher Kontakt mit der Umwelt – ein Vorteil bei Servicearbeiten, wo Menschen in der Nähe sind.
Warum der Preis das entscheidende Argument ist
Tesla zielt langfristig auf 20.000 bis 30.000 USD pro Optimus, Figure auf etwa 30.000 USD. Clone Robotics sagt 20.000 USD – nicht langfristig, sondern direkt zum Marktstart. Wenn das hält, ist Clone der erste massentaugliche Anbieter.
Skeptisch sollten wir bei Hochrechnungen aus Demos sein. Ob 20.000 USD inklusive Wartung und Service realistisch sind, zeigt sich erst in der Praxis. Aber wenn der Preispunkt auch nur ungefähr stimmt, verändert das die Wettbewerbsdynamik dramatisch.
- Über 1.000 hydraulische Kunstmuskeln statt Elektromotoren
- Leiser, leichter, weicherer Kontakt mit Menschen
- Zielpreis: unter 20.000 USD beim Markteinstieg
- Markteinstieg 2028 in Hotels und Bürogebäuden
- Wettbewerber: Tesla Optimus, Figure AI, Apptronik, Unitree
Wofür Wasser-Roboter besser sind als Motor-Roboter
Im Service-Umfeld – Hotels, Krankenhäuser, Pflege – ist die weiche, leise Bewegung ein echter Vorteil. Ein Motor-Roboter wirkt mechanisch, ein Wasser-Roboter natürlicher. Genau diese Akzeptanz entscheidet, ob Menschen einen Roboter neben sich akzeptieren oder ablehnen.
In schwerer Industrie – Schweißen, Schneiden, Heben großer Lasten – hat klassische Aktorik weiterhin Vorteile. Clone Robotics zielt nicht auf diesen Markt, sondern auf Service. Das ist eine kluge Spezialisierung, kein Nachteil.
Häufige Fragen
Industrielle Hydraulik ist seit Jahrzehnten Standard. Bei kleinen Maßstäben wie hier ist die Technik neu. Risiken: Leckagen, Druckverlust, Wartungsaufwand. Clone Robotics arbeitet mit redundanten Systemen, aber die ersten produktiven Einsätze werden Erfahrungen liefern müssen.
Theoretisch besser als Elektromotoren mit Getriebe, weil keine Reibungsverluste in Zahnrädern entstehen. Praktisch hängt es vom Pumpensystem ab. Akzeptable Werte erfordern noch Optimierung.
Frühestens 2028, realistisch 2029/2030 für breitere Verfügbarkeit. Bis dahin sollten Hotelgruppen mit Servicerobotern wie Bear Robotics (Servi) erste Erfahrungen sammeln. Wer 2030 humanoide Roboter einsetzen will, sollte 2026 mit Servicerobotern starten.
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