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Jeder kennt das Gefühl: Eine repetitive Aufgabe, die man täglich macht, die immer gleich abläuft – und die trotzdem nie automatisiert wird, weil kein Skript-Wissen vorhanden ist. Genau diese Lücke schließt OpenAI Codex mit dem neuen „Record and Replay“-Feature.
Das Prinzip ist radikal einfach: Du erledigst die Aufgabe einmal manuell, während Codex jeden Klick, jede Eingabe und jeden Programmwechsel aufzeichnet. Die KI destilliert daraus einen wiederverwendbaren „Skill“ – und beim nächsten Mal läuft der Workflow vollständig automatisch, auch unter leicht veränderten Bedingungen.
Wie Record and Replay technisch funktioniert
Codex nutzt Vision-Modelle, um den Mac-Bildschirm während der Aufzeichnung zu interpretieren. Es erkennt nicht nur, welche Knöpfe gedrückt werden, sondern versteht den semantischen Kontext – also: „Nutzer öffnet E-Mail, kopiert den Betrag aus dem Betreff, trägt ihn in eine Tabelle ein, sendet Bericht.“
Dieses Verständnis macht den entscheidenden Unterschied zu klassischen RPA-Tools wie UiPath oder Automation Anywhere. Dort werden pixelgenaue Koordinaten aufgezeichnet – ändert sich die UI auch nur minimal, bricht der Workflow. Codex dagegen adaptiert: Der Skill bleibt funktionstüchtig, solange die Kernaufgabe dieselbe ist. Neue Software-Version, geändertes Layout, anderes Dokument – kein Problem.
Was das für den Arbeitsalltag bedeutet
Die Implikationen sind massiv. Bisher war Workflow-Automation eine IT-Aufgabe: Entwickler schreiben Skripte, IT-Teams warten sie, jede Änderung kostet Zeit und Geld. Record and Replay demokratisiert das. Jeder Mitarbeiter kann seine eigenen Routinen automatisieren – ohne Programmierkenntnisse, ohne Ticketsystem, ohne Wartezeiten.
Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen ist das ein Gamechanger. Wo kein eigenes IT-Team sitzt, blieben viele Prozesse bisher manuell. Ein Buchhalter, der monatlich Rechnungen in ein ERP-System einträgt, kann diesen Prozess jetzt selbst automatisieren – in der Zeit, die er für eine einmalige Demo braucht.
Grenzen und offene Fragen
So vielversprechend das Feature ist – Grenzen gibt es. Komplexe Entscheidungsbäume, bei denen je nach Inhalt eines Dokuments unterschiedliche Aktionen nötig sind, stoppen Codex noch. Der Skill ist stark, wenn der Ablauf linear ist. Bei verzweigter Logik braucht es mehr.
Auch Datenschutz-Fragen sind relevant: Der Bildschirm wird während der Aufzeichnung analysiert – sensible Daten könnten dabei erfasst werden. OpenAI hat hierzu noch keine vollständigen Angaben gemacht. Für Branchen wie Finanz, Medizin oder Recht wird das ein entscheidendes Kriterium bei der Einführung sein. Das Potenzial ist unbestreitbar – die Governance-Fragen müssen aber noch gelöst werden.
Häufige Fragen
Klassische RPA-Tools wie UiPath zeichnen pixelgenaue Koordinaten auf und versagen bei minimalen UI-Änderungen. Codex versteht den semantischen Kontext der Aufgabe und adaptiert automatisch – der Skill bleibt auch bei geänderten Layouts oder Dokumenten funktionsfähig.
Nein. Das Feature ist explizit für Nicht-Techniker konzipiert. Du führst die Aufgabe einmal manuell aus, während Codex aufzeichnet. Den Skill erstellt die KI vollständig selbst.
Lineare, repetitive Workflows: Datenerfassung, Berichterstellung, E-Mail-Verarbeitung, Datei-Transfers zwischen Systemen. Bei stark verzweigter Entscheidungslogik stoßt das Feature aktuell noch an Grenzen.
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